Nigeria

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Die internationale Zusammenarbeit zwischen Nigeria und Deutschland basiert auf einer bilateralen Vereinbarung von 1974. Die GIZ war von 1994 bis 2003 zunächst durch ein Servicebüro in Lagos vertreten und eröffnete anschließend ein Büro in der Hauptstadt Abuja. Seit dem Beginn der Zusammenarbeit war die GIZ in unterschiedlichen Sektoren und geografischen Zonen Nigerias tätig. Derzeit arbeiten 16 Auslandsmitarbeiter zusammen mit 70 nigerianischen Fachkräften in verschiedenen Programmen. 

Nigeria ist mit 158 Millionen Einwohnern (2010) das bevölkerungsreichste Land Afrikas und zählt mit 923.800 Quadratkilometern Fläche zu den größten Ländern des Kontinents. Das Land verfügt über umfangreiche natürliche Ressourcen, insbesondere Erdöl und Erdgas, und ein hohes landwirtschaftliches Potenzial. Nicht zuletzt aufgrund der Erdöleinnahmen ist dieses jedoch vernachlässigt worden. Die Erträge aus der Erdölförderung haben bis jetzt kaum armutsreduzierende Wirkung. Immer noch leben rund 70 Prozent der Bevölkerung in extremer Armut und es herrscht hohe Arbeitslosigkeit.

Die Förderung nachhaltiger, wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung wird erschwert durch die regionalen, ethnischen, religiösen und sozialen Unterschiede, die teilweise zu Konflikten führen, wie beispielsweise zu Anschlägen und Ausschreitungen im Norden des Landes.

Entsprechend den Verhandlungen zwischen der nigerianischen und der deutschen Regierung konzentrierten sich die Aktivitäten der GIZ seit 2002 auf die beschäftigungsorientierte Wirtschaftsförderung in den Bundesstaaten Niger, Nasarawa und Plateau.

Das neue Programm „Breitenwirksame Wachstums- und Beschäftigungsförderung in Nigeria“ hat die Ziele, gewinnbringende Beschäftigung von kleinsten, kleinen und mittleren Unternehmen (KKMU) in drei ausgewählten Bundesstaaten zu verbessern und den Zugang zu nachfrageorientierten Finanzdienstleistungen zu fördern. Das Programm „Frauen- und Mädchenrechte“ unterstützt in den Bundesstaaten Borno und Plateau die Verbesserung der juristischen, politischen und sozialen Situation von Frauen und Mädchen.

Die Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten (Economic Community of West African States – ECOWAS) wird in ihren fachlichen Kompetenzen und strategischen Managementstrukturen sowie in ihrer Leistungsfähigkeit gestärkt. Dadurch werden die inhaltliche Ausgestaltung und Umsetzung regionaler Vereinbarungen für Steuern, Zölle und Handel gefördert sowie Reformprozesse der Konfliktprävention und -mediation unterstützt.

Als Teil der deutsch-nigerianischen Energiepartnerschaft haben beide Regierungen die Durchführung eines Programms vereinbart, mit dem Schwerpunkt erneuerbare Energie. Es unterstützt sowohl eine institutionelle Stärkung als auch technisches und Managementtraining im Energiesektor. Mit Mitteln des Auswärtigen Amts wird außerdem ein Projekt unterstützt, das mit NAPTIN (National Power Training Institute of Nigeria) zusammenarbeitet und Beratung bei der Entwicklung von Lehrplänen und Durchführung von Fachkursen anbietet.

Im Rahmen der Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft gibt es eine Kooperation mit der Bill & Melinda Gates Foundation, Schlüsselfirmen und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Gefördert werden sollen nachhaltiger, produktiver Kakaoanbau und erleichterter Zugang zu neuen Märkten, um die Lebensbedingungen von Kleinbauern zu verbessern.

Mit der Chevron Stiftung PIND (Partnership Initiatives in the Niger Delta) wurde ein Programm entwickelt, mit dem der Aufbau eines produktiven Netzwerkes von Unternehmensdienstleistungszentren unterstützt wird, um die KKMU-Förderung im Nigerdelta zu verbessern.

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Landesdirektor/in
Carola Jacobi-Sambou

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