Mitarbeiter über die GIZ

Erfahren Sie aus erster Hand, wie vielseitig und herausfordernd die Arbeit bei der GIZ ist, was unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter motiviert und wie sie ihre Arbeit erleben.

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Interview mit David Schmid


David Schmid
David Schmid

Herr Schmid, was machen Sie und wie kamen Sie zur GIZ?
Ich arbeite als Berater im Themenfeld Monitoring und Evaluation (M&E) in Kabul. Zu meinen Hauptaufgaben zählen die Betreuung einer Datenbank, welche die zivilen Aktivitäten im Auftrag der deutschen Bundesregierung umfasst, sowie die Entwicklung eines landesweiten Ansatzes zu wirkungsorientiertem Monitoring für die GIZ in Afghanistan.
Zum Unternehmen kam ich im Jahr 2009 als Unterstützung zur Evaluierung des Personalressourcenmanagements der damaligen GTZ. Daraus entwickelte sich dann eine Stelle für M&E in der Personalbereitstellung. Während dieser Tätigkeit lernte ich viele interne wie externe Prozesse und Abläufe kennen, was mir bei meiner jetzigen Tätigkeit in der Außenstruktur häufig von Nutzen ist.

Warum haben Sie sich für den Standort Afghanistan entschieden?
Die Entscheidung, in Afghanistan tätig zu werden, ist mir nicht leicht gefallen. Ich habe aber schon lange mit großem Interesse die Medienberichterstattung in Afghanistan verfolgt. Dabei haben mich vor allem die entwicklungspolitischen Anstrengungen interessiert. Als dann die Stelle für den M&E-Bereich ausgeschrieben wurde, habe ich mich vor meiner Bewerbung intensiv mit Kolleginnen und Kollegen der GIZ und anderen Personen ausgetauscht, die in Afghanistan gearbeitet haben oder noch arbeiten – das hat mir bei meiner Entscheidung sehr geholfen. Ausschlaggebend war letztlich der Reiz an der besonderen Herausforderung und am fachlichen Thema – aber auch die Aussicht, in einem Land mit einer mir fremden und interessanten Kultur und einer atemberaubenden Natur tätig zu sein.

Wie wurden Sie auf Ihren Einsatz in Afghanistan vorbereitet?
Neben den Pflichtveranstaltungen für alle ausreisenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bietet die Akademie für Internationale Zusammenarbeit (AIZ) in Bad Honnef spezielle Kurse zu interkultureller Kompetenz und Landeskunde an –, je nach Bedarf zudem Seminare zu Management- oder Fachthemen. Ein spezielles Seminar zum Stressmanagement und dem Arbeiten in einem konfliktiven Umfeld ist ebenfalls Bestandteil der Vorbereitung. Zudem finden in Deutschland und Afghanistan selbst spezielle Sicherheitstrainings für alle Ausreisenden statt. Insgesamt habe ich mich gut auf den Einsatz vorbereitet gefühlt.

Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag in Kabul aus?
Ein typischer Arbeitsalltag in Kabul unterscheidet sich gar nicht so sehr von dem an einem Standort in Deutschland. Im Büro rufe ich zunächst meine E-Mails ab, arbeite an Konzeptpapieren und Berichtsentwürfen und stimme mich mit meinem Kollegen in Deutschland ab. Von elementarer Bedeutung ist die Kommunikation mit den Projektverantwortlichen, anderen Organisationen und Auftraggebern: Neben vielen Telefonaten und E-Mail-Verkehr stehen häufig persönliche Meetings an, durch die ich auch die verschiedenen Vorhaben sehr gut kennen lerne. Damit einher gehen Dienstreisen in die Nordregionen Afghanistans. Gerade dieser Teil der Arbeit ist spannend, da ich so einen tieferen Einblick in die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen vor Ort bekomme.

Wie ist es, für die GIZ zu arbeiten? Was macht Ihnen am meisten Spaß hier? Was macht die Arbeit in Afghanistan für Sie attraktiv?
Die Arbeit ist herausfordernd und sehr abwechslungsreich. Von Beginn an wurde mir viel Verantwortung übertragen. Meiner Kreativität freien Lauf zu lassen und mich dabei doch an den Richtlinien des Unternehmens und den Bedürfnissen der Partner zu orientieren und mich mit den Programmen und Projekten abzustimmen, machtgroßen Spaß und weckt meinen Ehrgeiz immer wieder aufs Neue. Die gemeinsame Entwicklung von Konzepten im Team erfordert manchmal Geduld, aber so lassen sich fundierte Ergebnisse erzielen, die dann zusammen getragen werden. Auch die Zusammenarbeit mit den nationalen Kolleginnen und Kollegen und deren Wille, etwas zu verändern, beeindrucken mich sehr. Letztlich kann ich von den erfahrenen Kolleginnen und Kollegen aus Afghanistan und Deutschland noch sehr viel lernen, beruflich wie persönlich.

Was ist Ihre wichtigste Erfahrung, seit Sie für die GIZ in Afghanistan arbeiten?
Mein Bild von Afghanistan ist viel differenzierter geworden. Mir ist bewusst geworden, dass das Bild dieses Landes und seiner Bevölkerung von vielerlei Vorurteilen geprägt war und ist. Durch die Arbeit vor Ort habe ich gelernt, die Menschen und ihre Bedürfnisse besser zu verstehen. Wichtig ist mir auch, zu mehr Reflexion in meiner Familie und meinem Freundeskreis beizutragen, welche sich seit meiner Ausreise auch mit anderen Aspekten als der Kriegsberichterstattung in den Medien auseinandersetzen und ein umfassenderes Bild von Afghanistan sehen als zuvor.

Zudem habe ich gelernt, dass eine Aufgabe, welche im Schwerpunkt viel Koordinierung und Abstimmung beinhaltet, oft einen langen Atem und Verhandlungsgeschick erfordert und man die eigenen Erwartungen auch einmal nicht so schnell erfüllen kann, wie man es sich vorstellt.

Ihr Rat für jemanden, der in Afghanistan für die GIZ tätig werden will?
In jedem Fall sollte man sich bewusst sein, dass man sich auf einen völlig anderen Kulturkreis einlässt. Offenheit gegenüber den afghanischen Partnern und der Kultur ist meiner Meinung nach eine Grundvoraussetzung, um hier erfolgreich arbeiten und leben zu können. Ebenso ist es unabdingbar, dem Land und seinen Bewohnern respektvoll gegenüber zu treten, auch wenn man manche Traditionen und Handlungen nicht verstehen oder akzeptieren kann. Zudem ist ein Leben in Afghanistan mit einer deutlichen Einschränkung der persönlichen Bewegungsfreiheit verbunden.


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Interview mit Annette Bähring


Annette Bähring
Annette Bähring

Was machen Sie und wie kamen Sie zur GIZ?
Ich leite seit Mitte 2007 das Kompetenzfeld „Dezentralisierung, Regionalisierung, Kommunal-und Stadtentwicklung“ der Fachabteilung „Staat und Demokratie“,  ein Team von 17 Kolleginnen und Kollegen; zusammen bauen wir  das Fachwissen des Kompetenzfeldes aus. Mir ist es wichtig, Beratungsdienstleistungen für unsere Projekte in den Partnerländern weiter zu entwickeln, unsere Kompetenzen und  unser  Wissensmanagement zu optimieren sowie zentrale Zukunftsthemen der internationalen Zusammenarbeit fachlich zu erschließen und international zu vertreten.

Im Auftrag des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung arbeiten wir zum Beispiel mit UN-Habitat, der Cities Alliance, der OECD, dem Weltverband der Städte und Gemeinden sowie internationalen Gebergremien zu Themen der Dezentralisierung, kommunalen Selbstverwaltung, klimagerechten Stadtentwicklung  oder auch regionalen Wirtschaftsförderung zusammen. Mein Interesse, entwicklungspolitisch aktiv zu werden und etwas bewegen zu wollen, führte mich über das ASA-Programm des damaligen  InWEnt, über die Technische Universität Berlin  und über das Seminar für ländliche Entwicklung, ein Postgraduiertenstudium der Internationalen Zusammenarbeit zum  Projektassistentenprogramm der ehemaligen GTZ, dem damaligen Nachwuchsprogramm  zur Vorbereitung auf eine Führungstätigkeit im Unternehmen. Seitdem bin ich für die GIZ  in unterschiedlichen, Fach-,  Management und Führungsaufgaben im In- und Ausland tätig.

Wie sieht Ihr typischer Arbeitsalltag aus?
Typisch für mein Arbeiten in der GIZ  ist ein abwechslungsreicher und anspruchsvoller Alltag. Als Kompetenzfeldleiterin nimmt ein großer Teil meiner Arbeit die Gestaltung von Arbeitsprozessen im Team sowie die Personalarbeit ein, aber natürlich auch die Weiterentwicklung und Vertretung unserer Fachthemen sowohl in Deutschland als auch weltweit. Das ist mit vielen Reisen zu internationalen Konferenzen, Netzwerken, Fach- und manchmal auch Krisengesprächen verbunden. Der Umgang mit verschiedensten Menschen und stets wechselnden institutionellen und kulturellen Gegebenheiten fordert mich immer wieder heraus: Zwischenmenschliches Feingefühl und politische Sensibilität, fachliche Expertise und psychologisches Gespür sind immer wieder gefragt!

Wie ist es, für die GIZ zu arbeiten?
Mein „typischer“ Arbeitsalltag ist einer der Gründe, warum ich heute – auch nach 20 Jahren - immer noch  gerne in diesem Unternehmen arbeite.  Dazu tragen auch das offene und auf Austausch angelegte Unternehmensklima sowie der eigene Handlungsspielraum bei der Gestaltung umfassender Reform- und Veränderungsprozesse bei.  All dies zusammen macht die GIZ  sicher zu einem der spannendsten, vielseitigsten und lehrreichsten Unternehmen weltweit. Nicht von ungefähr werden wir gerade auch von jungen Menschen als attraktiver Arbeitgeber angesehen. 

Was ist ihre wichtigste Erfahrung, seit Sie für die  GIZ arbeiten?
Ganz wichtig war für mich, nicht nur aus Deutschland heraus für die internationale Zusammenarbeit tätig zu sein, sondern auch in anderen Ländern komplexe Reform- und Veränderungsprozesse begleiten zu dürfen. Dort habe ich die Umsetzung von Programmen und Projekten beraten und somit  gesehen, wie sichtbare Wirkungen entstehen. Gleichzeitig schärft die Beratung vor Ort den Blick für das Machbare, was mir auch als Kompetenzfeldleiterin bei der Weiterentwicklung von Beratungsdienstleistungen sowie der Ausgestaltung von  Zukunftsthemen der internationalen Zusammenarbeit hilft. 

Ihr Rat für jemand, der in der internationalen Zusammenarbeit für die GIZ tätig werden will?
Wenn Sie bereit sind, Ihr Fachwissen und Ihre Arbeitserfahrung flexibel in komplexe, internationale und kulturell unterschiedliche Kontexte einzubringen, könnte unsere Arbeit für Sie interessant sein. Sie ist anspruchsvoll und zeitintensiv. Dafür aber auch spannend,  abwechslungsreich und geprägt von  vielen interessanten Menschen weltweit.

 


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Interview mit Sebastian Hack


Sebastian Hack
Sebastian Hack

Was machen Sie und wie kamen Sie zur GIZ?
Für alles, was mit solarthermischer Warmwasserbereitung zu tun hat, bin ich für die GIZ in Mexiko erster Ansprechpartner. Dabei gehört die Beratung der mexikanischen Energieeffizienzagentur bei der Einführung des nationalen Verbreitungsprogramms für Solarkollektoren (Procalsol) ebenso zu meinen Aufgaben wie die fachliche Begleitung bei der Erstellung von Schulungsmaterialien für Installateure oder die Betreuung von Beratungsaufträgen durch nationale und internationale Consultants.

Kennengelernt habe ich die GIZ im Rahmen eines Praktikums in Mexiko Stadt. Ich habe damals eine Studie zum Thema Solarthermie erarbeitet und mich daraufhin direkt nach Abschluss meines Volkswirtschaftsstudiums um meine aktuelle Stelle beworben.

Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus?
Einen typischen Arbeitstag gibt es an sich nicht, da ständig neue Überraschungen und Herausforderungen auf mich warten. Zudem habe ich zwei Büros, um die Zusammenarbeit mit unseren mexikanischen Partnern effizienter zu gestalten: eines im Ministerium und eines in der Energieeffizienzagentur. In der Regel beginne ich meinen Arbeitstag mit einem ersten Blick auf die eingegangenen Emails und erledige anstehende Telefonate. Weitere typische Aktivitäten sind die Erstellung von Terms of Reference sowie die inhaltliche Betreuung verschiedenster Consultingleistungen. Arbeitstreffen sowohl zur Koordination der zahlreichen Akteure im Themenfeld Solarthermie als auch in anderen Themenfeldern stehen ebenso regelmäßig auf der Tagesordnung. Ferner nehme ich an Kongressen und nationalen wie internationalen Veranstaltungen zum Thema Erneuerbare Energien und Energieeffizienz teil. Wie eingangs erwähnt: drögen Alltag gibt es nicht.

Wie ist es, für die GIZ zu arbeiten?
Für die GIZ zu arbeiten, macht unheimlich viel Spaß. Dies liegt zum einen an den vielen interessanten, weltoffenen und sympathischen Menschen in der GIZ. Zum anderen ist es aber auch die Kombination aus hoher Motivation und Professionalität, die für mich die Aufgabe so attraktiv macht. Zudem steht man bei der GIZ nicht lange in der dritten Reihe, sondern hat schnell die Möglichkeit, selbst in einem Schwellenland wie Mexiko mit hochrangigen und namhaften Persönlichkeiten sowohl aus dem öffentlichen Sektor als auch aus der Privatwirtschaft direkt zusammenzuarbeiten. Besonders schätze ich es, dass ich dabei stets die volle Rückendeckung meiner Kollegen und Vorgesetzten spüre und ich diese jederzeit um Rat fragen kann. All das verbunden mit dem spannenden Thema Erneuerbare Energien sowie der ethischen Seite der Unternehmensausrichtung macht die GIZ für mich zum idealen Arbeitgeber.

Darüber hinaus bin ich in meiner Rolle als GIZ-Mitarbeiter natürlich auch immer Botschafter Deutschlands. Eine schöne Aufgabe!

Was ist Ihre wichtigste Erfahrung, seit Sie für die GIZ arbeiten?
Was mich begeistert, ist, wie schnell ich als Berufseinsteiger und trotz meines Alters Akzeptanz gefunden habe – unter den GIZ-Kollegen selbst, aber auch bei unseren hochrangigen mexikanischen Kooperationspartnern.

Unser großer Vorteil als GIZ ist, dass wir als unabhängige Berater ohne Partikularinteressen auftreten können und auch so wahrgenommen werden. Das verschafft uns viel Glaubwürdigkeit und Vertrauen. Dies ist einer der entscheidenden Faktoren für eine erfolgreiche Kooperation, die in einem Land wie Mexiko immer auf Augenhöhe stattfindet.

Ihr Rat für jemanden, der in der internatinalen Zusammenarbeit für die GIZ tätig werden will?

Wer für die GIZ arbeiten will, sollte sich darüber im Klaren sein, dass die Zeiten des Entwicklungshelfers als Brunnenbauer längst vorbei sind. Vor allem in einem Anker- und Schwellenland wie Mexiko machen wir Politikberatung auf Makroebene: Es geht darum, verschiedene Akteure an einen Tisch zu bringen, Kräfte zu bündeln und bei der Gestaltung von Rahmenbedingungen zu beraten und zu unterstützen.

Grundvoraussetzung für die Arbeit bei der GIZ bzw. in der internationalen Zusammenarbeit im Allgemeinen sind hohe fachliche Kompetenz gepaart mit einer gesunden Portion Pragmatismus sowie die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen. Entsprechende Sprachkenntnisse sowie ein hohes Maß an interkultureller Kompetenz sind meines Erachtens ebenso unabdingbar. Gerade für Studenten ist ein Auslandspraktikum in einem GIZ-Vorhaben sicherlich eine gute Möglichkeit, die GIZ als Arbeitsgeber kennenzulernen. 

 

 


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Interview mit Folke Kayser


Folke Kayser
Folke Kayser

Was machen Sie und wie kamen Sie zur GIZ?
Als Mitarbeiterin im Sektorprojekt Menschenrechte unterstütze und berate ich das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und die Durchführungsorganisationen bei der Umsetzung eines Menschenrechtsansatzes in der internationalen Zusammenarbeit. Dies beinhaltet Beratungseinsätze in Projekten vor Ort, aber auch das Erstellen oder Kommentieren von fachlichen Papieren und gelegentliche Trainings. Da das Thema Menschenrechte Querschnittscharakter hat, bediene ich sehr viele verschiedene Themenfelder, wie z.B. Landmanagement, Wirtschaftsentwicklung, Rohstoffgovernance, Bildung und Dezentralisierung. Auch Teilnahme an ausgewählten Konferenzen und Networking mit internationalen und Nichtregierungsorganisationen gehören zu meinem Job.

Ich habe mich schon sehr früh für Entwicklungspolitik interessiert und dies auch zu einem Schwerpunkt in meinem Studium der Politikwissenschaft gemacht. Ein soziales Jahr in Honduras vor dem Studium und der Ausbildungskurs am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik nach dem Studium haben dies noch vertieft. Seit März 2008 arbeite ich für die GIZ, davor war ich mehrere Jahre für die Friedrich-Ebert-Stiftung in Asien und der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in Genf tätig. Mit der GIZ war ich aber bereits durch ein längeres Praktikum in Mali und eine mehrmonatige Consultingtätigkeit in Indonesien näher vertraut.

Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus?
Ungefähr zwei Monate im Jahr bin ich zu Beratungseinsätzen von Projekten im Ausland. Dort gebe ich Workshops, treffe Vertreterinnen und Vertreter von Ministerien, Zielgruppen und Nichtregierungsorganisationen, berate das Projektpersonal und die lokalen Partner zu Menschenrechtsfragen in ihrem Arbeitskontext oder nehme an Prüfungen und Evaluierungen teil. Diese Tage sind meist sehr dicht und intensiv, aber auch besonders interessant.

Die übrige Zeit am Eschborner Standort verbringe ich mit dem Schreiben oder Kommentieren von Konzept- und Strategiepapieren, der Fernberatung von Projekten, dem Aufarbeiten von Erfahrungen und Erstellen von Arbeitshilfen. Da ich in sehr viele Prozesse involviert bin, geht auch viel Zeit mit Kommunikation und dem Beantworten von E-Mails drauf. Regelmäßig gebe ich Fortbildungen und berate ausreisende Kolleginnen und Kollegen zu Menschenrechtsthemen. Die Abstimmung mit Kollegen in Eschborn und die Teilnahme an Arbeitsbesprechungen und internen oder externen Fachveranstaltungen sind ebenso Teil von meinem Job.Viele Arbeitsaufträge kommen sehr spontan oder haben kurze Fristen, so dass ich fast täglich meine Prioritäten umsortieren muss. Das verlangt viel Flexibilität, lässt den Arbeitsalltag aber auch nie langweilig werden.

Wie ist es, für die GIZ zu arbeiten?
Spannende Tätigkeiten, viele nette, engagierte und kompetente Kollegen, flache Hierarchien, dynamisches Arbeitsumfeld, große Freiräume eigene Ideen einzubringen und umzusetzen, hohes Arbeitsvolumen, wenig Routinen.

Was ist Ihre wichtigste Erfahrung, seit Sie für die GIZ arbeiten?
Nicht nur die fachliche Qualität, sondern auch die sorgsame Gestaltung von Prozessen und das Einbinden aller Beteiligten sind wichtig für den Erfolg der Arbeit. Es gilt maßgeschneiderte Lösungen für die Bedürfnisse der unterschiedlichen „Kunden“ zu entwickeln, sei es das BMZ, Auslandsprojekte oder deren lokale Partner. Das setzt auch die Fähigkeit und Bereitschaft zum ständigen Lernen voraus.

Ihr Rat für jemand, der in der internationalen Zusammenarbeit für die GIZ tätig werden will? 
Viel Engagement und Flexibilität mitbringen! Außerdem frühzeitig Arbeitserfahrung in Entwicklungsländern sammeln, sich vertieft in einem Fachgebiet auskennen, aber breiten Überblick auch über andere entwicklungspolitische Themen haben. Die Möglichkeit, wechselweise im Inland und Ausland tätig zu sein, macht die Arbeit spannend, hat aber auch Auswirkungen auf das Privatleben. Das gilt es mitzubedenken.

 


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Interview mit Ilona Porsché


Ilona Porsché
Ilona Porsché

Was machen Sie und wie kamen Sie zur GIZ?
Ich bin Fachplanerin in der Task Force Klima, Abteilung 47, im Bereich Planung und Entwicklung. Meine Hauptaufgaben liegen in der Beratung von Projekten und Programmen  zu Klimathematiken, Prüfungen von Neuvorhaben und Fortschrittskontrollen von laufenden Projekten mit Klimafokus. Außerdem betreue ich den Klimablog, organisiere monatliche Fachgespräche im Haus zu Klimathematiken und leiste einen Beitrag zur Entwicklung von GIZ Klimainstrumenten, wie z.B. der GIZ Klimaprüfung.

Zur GIZ kam ich im Mai 2008 nach einigen Jahren bei Umweltorganisationen in England und in Projekten der Entwicklungszusammenarbeit in Brasilien, Mosambik und auf den Philippinen. Schwerpunkt meiner Arbeit lag immer bei der Schnittstelle von Umwelt und Entwicklungszusammenarbeit, z.B. im Ressourcenmanagement und in der Nothilfe.

Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus?
Ungefähr drei Monate im Jahr befinde ich mich auf Dienstreisen. Vor Ort halte ich gemeinsam mit Kollegen Workshops in der Hauptstadt oder Distrikten, reise in die Projektgegend neuer Vorhaben und treffe dort Vertreter von Ministerien und anderen relevanten Organisationen, befrage Zielgruppen von bestehenden Projekten, oder halte Präsentationen zu Klimathematiken und GIZ-Instrumenten. In der Zentrale tausche ich mich mit Kollegen aus, schreibe oder kommentiere Berichte, und arbeite mit Kollegen an der konzeptionellen Aufarbeitung und Entwicklung von Klimathematiken und GIZ-Produkten. Zusätzlich verbringe ich einige Zeit mit der Koordination und Organisation von verschiedenen Prozessen, wie z.B. der Entwicklung eines Trainingskurses zur Anpassung an den Klimawandel.

Wie ist es, für die GIZ zu arbeiten?
Mir macht es großen Spaß, für die GIZ zu arbeiten. Ich habe die Möglichkeit, mich mit Themen zu beschäftigen, die mich wirklich bewegen, im Team Lösungsansätze zu erarbeiten und dann in Projekten umzusetzen. Als Fachplanerin habe ich oft einen guten Einblick in Geschehnisse vor Ort und gleichzeitig Zugang zu breit angelegtem Fachwissen in der Zentrale. Die viele Reisetätigkeit ist manchmal nicht einfach mit dem Familienleben zu vereinbaren. Aber durch die flexible Arbeitszeit habe ich meist eine gute Balance finden können, zumal mein Mann die Kinderbetreuung vornehmlich übernimmt.

Was ist Ihre wichtigste Erfahrung, seit Sie für die GIZ arbeiten?
Ideen entwickeln und offen diskutieren zu können, in allen Situationen mit der Unterstützung meiner Kollegen rechnen zu können. Auf Dienstreisen in verschiedenste Länder und in der Beratung zu einer Vielfalt von Klimathematiken kann ich immer und auch kurzfristig auf Informationen, Materialien und wenn nötig auf den Rat meiner Vorgesetzten und Kollegen zählen. Durch die bestehenden Strukturen stellt die GIZ sicher, dass auch neue Mitarbeiter Rückhalt haben und schnell voll einsetzbar sind.

Ihr Rat für jemand, der in der internationalen Zusammenarbeit für die GIZ tätig werden will? 
Mit viel Engagement und aus Überzeugung handeln

 

 

 


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Interview mit Jan Peter Schemmel


Jan Peter Schemmel
Jan Peter Schemmel

Was machen Sie und wie kamen Sie zur GIZ?
Seit ich bei der GIZ bin, habe ich mich vor allem mit Fragen der Nachhaltigkeit, der Umwelt- und der Klimapolitik sowie mit dem Erhalt der Biodiversität befasst. Ich liebe die Natur. Ich weiß aber auch, dass wir sie nur werden erhalten können, wenn wir Menschen realistische Alternativen bieten zu den traditionellen Entwicklungspfaden, bei denen biologische Vielfalt zerstört und natürliche Ressourcen übernutzt werden. Daher arbeite ich an Konzepten, bei denen die Vorteile des Erhalts der Biodiversität und der effizienteren und nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen deutlich werden und die richtigen Anreize hierfür erhalten. Schutz, nachhaltige Bewirtschaftung und gerechter Vorteilsausgleich für die betroffene Bevölkerung müssen Hand in Hand gehen und sind die beste Alternative zum Raubbau. Ich arbeite  z.B. an Konzepten wie Zahlungen für Umweltdienstleistungen, ökologische Steuerreformen, strategische Umweltprüfungen oder „Climate Proofing“ zur Anpassung von Politiken an die Folgen des Klimawandels. In meiner täglichen Arbeit entwickle ich Beratungsdienstleistungen zu diesen Instrumenten und wende sie in der Beratung in den Partnerländern an. Ein weiteres wichtiges Arbeitspaket ist die Planung von neuen Programmen an der Schnittstelle von Biodiversität und Klima.

Wie bin ich zur GIZ gekommen? Nun, im Hauptstudium hatte ich angefangen, einen Schwerpunkt auf Umweltpolitik in Entwicklungsländern zu legen. Darüber kam ich in einen Fachaustausch mit einem Beratungsvorhaben der GIZ für das BMZ noch während meiner Studienzeit. Daraus hat sich dann zunächst eine Zusammenarbeit als Juniorgutachter und nach meinem Studienabschluss der Einstieg im Folgevorhaben ergeben. Für mein Interesse an der Stelle bei der GIZ war besonders die Vielfalt der Tätigkeit entscheidend: Man berät das BMZ in den politischen Prozessen der internationalen Geberabstimmung und im Kontext globaler Umweltkonventionen. Gleichzeitig ist man aber auch in den Partnerländern an der Umsetzung der Ergebnisse aus diesen Verhandlungsprozessen dran.

Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus?
E-Mail und Internet haben den Arbeitsalltag überall geprägt, auch bei der GIZ. Manchmal ein bisschen zu sehr vielleicht. Andererseits hat diese schnelle Kommunikationsform den Vorteil, dass man im Arbeitsalltag im regen Kontakt mit den Fach-Kollegen in den Programmen in den Partnerländern steht und damit viel davon mitkriegt, was dort läuft und sich einbringen kann, auch wenn man nicht vor Ort ist. Eine weitere intensiv genutzte Arbeitsform sind Arbeitssitzungen. Klingt vielleicht erst einmal nicht so spannend. Doch dort entstehen viele der Beratungskonzepte, die die Ideenschmiede ‚Planung und Entwicklung‘ innerhalb der GIZ erarbeitet. Ein Vorteil für die tägliche Arbeit ist die Möglichkeit, ganz unkompliziert Kollegen mit anderen fachlichen Schwerpunkten zusammenzubringen. So kann man sicherstellen, dass die entwickelten Ideen und Ansätze Hand und Fuß haben und lernt selbst dabei auch immer wieder Neues dazu. Neben der Beratung der Programme vor Ort in Fachfragen und der Entwicklung von Beratungsansätzen ist man schließlich häufiger auf Konferenzen, um den Anschluss an die internationale Diskussion sicherzustellen und die Ergebnisse der deutschen Technischen Zusammenarbeit zu präsentieren.

Wie ist es, für die GIZ zu arbeiten?
Es bedeutet viel Teamarbeit und Arbeit in Netzwerken in wechselnden Zusammenstellungen mit einer großen Gruppe von Kolleginnen und Kollegen mit sehr interessanten Lebensläufen und Charakteren. Man benötigt Flexibilität und muss sich auf immer neue Fragestellungen und Spezifika des Einzelfalles (z.B. eines bestimmten Landes) einlassen können. Das macht es aber auch sehr spannend, da es kaum Routine gibt. Als Seniorfachplaner bin ich zudem viel unterwegs. Das ermöglicht, zunehmend Vergleiche zu ziehen und Muster erkennen zu können. Insofern ein sehr Menschenorientierter, spannender und abwechslungsreicher, aber auch anspruchsvoller Job.

Was ist Ihre wichtigste Erfahrung, seit Sie für die GIZ arbeiten?
Dass in den meisten Fällen internationale, nationale und lokale Prozesse in einem Politikfeld nur sehr unzureichend miteinander verbunden sind. Dies beinhaltet die Gefahr einer Entkopplung einer dann zunehmend unrealistischen Normensetzung auf internationaler oder auch noch nationaler Ebene von den Realitäten auf der lokalen Umsetzungsebene. Gleichzeitig behindert es das Lernen auf der lokalen Ebene von neuen Ansätzen, die international diskutiert werden oder gar bereits erprobt sind. Ich bin immer wieder überrascht zu sehen, dass die GIZ eine der ganz wenigen Akteure ist, die auf all diesen Ebenen aktiv ist, eine solche Mittlerrolle wahrnehmen kann und auch wahrnimmt.

Ihr Rat für jemand, der in der internationalen Zusammenarbeit für die GIZ tätig werden will? 
Eine solide Basis an Fachwissen aneignen und mitbringen. Keine Scheu haben, sich zu bewerben, auch wenn man noch nicht lange im Ausland gearbeitet hat, solange man von sich weiß, dass man anpassungsfähig, selbstkritisch und politischen Prozessen gegenüber sensibel ist.